Der spektakuläre Nachlass zeigt: Leni Riefenstahl, die erste Regisseurin des „Führers“, führte nach 1945 eine regelrechte Schlacht gegen alle, die sie kritisierten. Mit Erfolg: Dokumentationen und Artikel verschwanden – die Münchner Schickeria aus Kultur und Gesellschaft ließ sie hochleben.
Es war März 1954, als Leni Riefenstahl wieder mal beschloss, dass etwas zu tun sei gegen die „Presseangriffe“. So nannte der von ihr eingesetzte Rechtsanwalt aus der Barer Straße in der Münchner Maxvorstadt die Berichterstattung über Riefenstahl, als er sich per Brief an ihren Filmverleih Allianz Film GmbH in Frankfurt wandte: „Frau Riefenstahl hat mich beauftragt, die anlässlich des Anlaufens des ‚Tiefland‘-Filmes in verschiedenen, vor allem sozialistischen Zeitungen und Zeitschriften erschienenen Angriffe gegen ihre Person zu verfolgen.“ Er fügt eine Liste mit den angeblich sozialistischen Zeitungen an, in denen die „beleidigenden und verleumderischen Veröffentlichungen“ erschienen seien, von der regionalen Neue Ruhr Zeitung aus Essen bis zur antifaschistischen Frankfurter Zeitung Die Tat.